Koordinierte Razzien gegen mutmaßliche Betreiber illegaler Online-Glücksspiele in Frankfurt und Köln
Freya Russell · Sep 13, 2026

Koordinierte Razzien gegen mutmaßliche Betreiber illegaler Online-Glücksspiele in Frankfurt und Köln

Deutsche Behörden haben Anfang September 2026 koordinierte Razzien an insgesamt elf Objekten in der Region Frankfurt/Rhein-Main und im Raum Köln durchgeführt, wobei die Staatsanwaltschaft Frankfurt, Steuerermittler sowie Polizeikräfte gemeinsam vorgegangen sind und fünf Verdächtige ins Visier genommen haben, die seit mindestens Juli 2021 unzulässige Online-Glücksspieldienste betrieben haben sollen.
Umfang der Ermittlungen und finanzielle Dimensionen
Die Ermittlungen richten sich gegen Personen, denen vorgeworfen wird, über mehrere Jahre hinweg Wett- und Spielumsätze in Höhe von mehr als 5,86 Milliarden Euro abgewickelt zu haben, wobei der Schwerpunkt auf den Jahren 2021 bis 2023 liegt und zusätzlich Steuerhinterziehungen in Höhe von etwa 77,6 Millionen Euro allein für das Jahr 2024 vermutet werden, während die Ermittler die genauen Geschäftsmodelle und Zahlungsströme weiter analysieren.
Beschlagnahmungen und weitere Maßnahmen
Im Zuge der Operationen stellten die Behörden Luxusfahrzeuge sicher, sperrten diverse Bankkonten und verhängten eine Vermögensarrest in Höhe von 82 Millionen Euro, während gleichzeitig ein Haftbefehl vollstreckt wurde und die Ermittler damit die finanziellen Strukturen der Verdächtigen gezielt unter Druck setzen, um weitere Beweismittel zu sichern und mögliche Vermögensverschiebungen zu verhindern.

Reaktionen aus der Branche
Die Verbände DSWV und DOCV haben die Durchsuchungsaktion zum Anlass genommen, die Kanalisierungsziele der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Frage zu stellen und eine Überprüfung des Glücksspielstaatsvertrags zu fordern, da die ermittelten Umsatzvolumina nach Ansicht der Verbände auf erhebliche Lücken im regulierten Markt hindeuten und die tatsächliche Nachfrage nach legalen Angeboten möglicherweise unterschätzt wurde.
Zeitlicher Ablauf und beteiligte Stellen
Die Razzien fanden zwischen dem 8. und 10. September 2026 statt, wobei die Staatsanwaltschaft Frankfurt federführend agierte und mit Steuerfahndung sowie Polizeibehörden aus Hessen und Nordrhein-Westfalen eng zusammenarbeitete, um die Vorgänge rund um die mutmaßlich illegalen Plattformen lückenlos aufzuklären und die Verdächtigen mit den erhobenen Vorwürfen zu konfrontieren.
Hintergründe zu den Vorwürfen
Den fünf Beschuldigten wird angelastet, Online-Glücksspiele ohne erforderliche Konzession angeboten zu haben, was nach geltendem Recht in Deutschland untersagt ist und zu den hohen Umsatzsummen geführt haben soll, während die Ermittler parallel prüfen, in welchem Umfang Steuern hinterzogen und Gewinne verschleiert wurden, um ein vollständiges Bild der illegalen Strukturen zu erhalten.
Schlussfolgerungen aus den Ermittlungen
Die koordinierten Maßnahmen zeigen, dass die Behörden weiterhin konsequent gegen nicht lizenzierte Anbieter vorgehen, während die beschlagnahmten Vermögenswerte und die eingeleiteten Verfahren die finanziellen Auswirkungen der Vorwürfe deutlich machen und gleichzeitig die Branchenverbände die Gelegenheit nutzen, um Anpassungen im regulatorischen Rahmen anzuregen.